Mit der Idee von „Exom-gematchten“ bzw. „Exom-basierten“ Aminosäurenmustern steht erstmals ein theoretisches Konzept zur Verfügung, aus dem sich das optimale Aminosäurenmuster jeder Spezies ableiten lässt. Kurz gesagt: Der Bedarf einzelner Aminosäuren, und damit deren optimales Verhältnis zueinander, ist durch die DNA festgelegt. Die Firma MITOcare hat als erste Firma ein Aminosäurenprodukt mit dem menschlichen optimalen Aminosäurenmuster auf den Markt gebracht, das meiner Meinung nach enormes Potential für viele Anwendungen wie z.B. bei Sportlern, Schwangeren, Älteren und chronisch kranken Menschen hat.
Der Talmud ist die Grundlage für das jüdische Religions- und Zivilrecht und entstand zwischen dem dritten und sechsten Jahrhundert der heutigen Zeitrechnung als Sammlung von teils wesentlich älteren mündlich überlieferten Gesetzesregeln (der sogenannten Mischna) und deren Auslegung in Kommentaren (der sogenannten Gemara) [1]. Streng genommen gibt es nicht den einen Talmud, sondern zwei Versionen: eine Sammlung aus Palästina bzw. Jerusalem und eine aus dem alten Persien (Babylon), die beide dieselbe Mischna, aber jede ihre eigene Gemara enthalten. Der babylonische Talmud, auch als Bavli bezeichnet, hat eine größere Bedeutung, da die rabbinischen Akademien in Persien wesentlich länger Bestand und Einfluss hatten als die in Palästina, doch auch der babylonische Talmud erfuhr über die Jahrhunderte signifikante Veränderungen in Form von Ergänzungen und Streichungen [2]. Entsprechend der räumlich-zeitlich ausgedehnten Entstehungszeit ist es nicht verwunderlich, dass die Inhalte des Talmud von verschiedenen kulturellen Einflüssen wie der spätantiken griechisch-römischen, persischen, syrischen oder christlichen Literatur geprägt waren [3]. Aus christlicher Sicht ist insbesondere der Einfluss des aufstrebenden Christentums und der Evangelien auf die Inhalte des Talmud interessant.
Das Buch „Jesus in the Talmud“, geschrieben von dem deutschen Professor für Judaistik Dr. phil. Peter Schäfer und 2007 von Princeton University Press veröffentlicht [4], untersucht systematisch die Stellen im Talmud, die sich (relativ) sicher oder möglicherweise auf Jesus von Nazareth beziehen, und ordnet sie historisch sowie kulturell-literarisch ein. Schäfer geht von der Beobachtung aus, dass im Talmud verstreute, oft schwer verständliche und negativ gefärbte Aussagen über Jesus vorkommen. Ziel ist es, diese nicht isoliert, sondern im Kontext der jüdisch-christlichen Auseinandersetzung der Spätantike zu verstehen. Seine wichtigste These lautet dabei: Die talmudischen Jesus-Erzählungen sind keine historischen Berichte, sondern bewusste Gegenreaktionen auf das Christentum. Sie greifen Motive aus den Evangelien auf, verdrehen oder parodieren sie gezielt und dienen dazu, jüdische Positionen gegen christliche Ansprüche zu verteidigen.
Methodisch stützt sich Schäfer vor allem auf verschiedene Ausgaben und Textfragmente des babylonischen Talmud, welche zwischen dem späten 12. Jahrhundert und der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verfasst wurden. Leider fand ab dem 13. Jahrhundert durch den Druck der katholischen Kirche eine starke Zensur des Talmuds statt, welcher viele Jesus-Passagen zum Opfer fielen (wie Bernhard Pick in einem Aufsatz aus dem Jahr 1910 erwähnt, wurden diese Passagen dann trotzdem in separaten Schriftstücken anonym weiter publiziert [5]). Schäfer übersetzt die einzelnen Passagen aus dem Original teilweise selbst, zieht Vergleiche zwischen den unterschiedlichen Talmud-Versionen, ordnet sie thematisch entlang der „Lebensgeschichte“ Jesu (von der Geburt über sein Wirken bis hin zum Tod und Nachleben) und analysiert sie schließlich. Dabei werden die Texte in den Kontext zu anderen Schriften wie dem palästinensischen Talmut, den fünf Büchern Mose (Torah) und den Evangelien gesetzt. Schäfer zeigt, dass Jesus in diesen Texten des babylonischen Talmuds durchgehend negativ dargestellt wird. Insgesamt entsteht so ein bewusstes Gegenbild zum Neuen Testament:
Geburt: Die jungfräuliche Geburt wird verspottet. Jesu Mutter, eine Frau mit langen Haaren namens Miriam, wird als treulose Ehefrau bzw. Hure dargestellt, und Jesu Vater sei ein Mann namens Panthera bzw. Pandera gewesen (möglicherweise ein römischer Soldat). Auf Seite 98 verweist Schäfer explizit auf die Rückwärts-Verdrehung der Buchstaben „r“, „th“ und „n“ des Wortes parthenos (Jungfrau) zu pantheros (Panther).
Persönlichkeit: Jesus wird nicht als Messias oder Gottessohn, sondern als moralisch schlechter Mensch und Götzendiener dargestellt, der seine Sexualität freizügig auslebt.
Wirken: Seine Wunder und Fähigkeiten als Heiler werden – ebenso wie die seiner Jünger – anerkannt, aber als Täuschung und/oder Magie interpretiert.
Tod: Jesus wird gesteinigt und dann gehängt. Seine Verurteilung durch jüdische Richter wird nicht nur nicht geleugnet, sondern als gerechte Strafe für die Ausübung von Zauberei und Blasphemie dargestellt. Instone-Brewer [6] argumentiert sogar dafür, dass diese beiden Anschuldigungen tatsächlich auch den historischen Fakten entsprechen.
Nachleben: Statt Auferstehung wird seine Bestrafung in der Hölle betont, wo er auf alle Ewigkeit in kochenden Exkrementen verbrennt. In der entsprechenden Passage wird Jesus zusammen mit zwei anderen Erzfeinden Israels erwähnt: Titus, der als Feldherr im Jahr 70 n. Chr. den zweiten Tempel in Jerusalem zerstören lies, und Balaam (Bileam), der heidnische Prophet, der vom König von Moab beauftragt wurde, Israel zu verfluchen, was Gott aber dreimal in einen Segen umwandelte (Num 23-24 [7]).
Eine Kernaussage Schäfers ist, dass die Rabbiner offenbar christliche Überlieferungen kannten, insbesondere das Evangelium des Johannes. Das Johannesevangelium ist das „judenfeindlichste“ der vier Evangelien der Bibel (siehe z.B. Joh 8:30-47, wo Jesus im Streitgespräch mit den Juden argumentiert, diese würden vom Teufel abstammen). Die Jesus-Passagen im Talmud spiegeln die Leitmotive der Evangelien in umgekehrter Form wider:
Die Auferstehung wird geleugnet; stattdessen muss Jesus in der Hölle in Exkrementen verbrennen
Anstelle seiner göttlichen Herkunft und Geburt durch die Jungfrau Maria entspringt Jesus einer unehelichen Geburt
Anstelle des heiligen Lehrers wird Jesus als falscher Prophet, Götzenanbeter und Zauberer dargestellt
Diese Texte sind daher polemische „Gegen-Erzählungen“, nicht zufällige Legenden. Zur Erklärung, warum Jesus insbesondere im babylonischen Talmud so schlecht gemacht wird, betont Schäfer die kulturellen Hintergründe der Entstehungsgeschichten der beiden Talmud-Versionen. Der babylonische Talmud entstand im Perserreich, welches damals als Staatsreligion den Zoroastrismus (auch Zarathustrismus genannt) hatte. Dort wurden Christen stärker unterdrückt als Juden, so dass die relativ freie jüdische Gelehrtenkultur offene Kritik am Christentum üben konnte, ohne Angst vor Bestrafung haben zu müssen. Palästina dagegen stand ab 324 n. Chr. unter christlicher Herrschaft von Kaiser Konstantin, so dass im palästinischen Talmud viel weniger Jesus-Passagen und direkte Angriffe auf Jesus zu finden sind. Zudem wurden im Mittelalter, wie bereits erwähnt, viele Jesus betreffende Stellen im babylonischen Talmud durch die von der katholischen Kirche auferlegte Zensur entfernt oder verändert, was ihre Rekonstruktion erschwert – dennoch argumentiert Schäfer anhand der erhaltenen unzensierten Textfragmente dafür, dass die allerersten Versionen des Talmud bereits mehrere Verweise auf das Leben und Wirken Jesu enthielten.
Das zentrale Fazit Schäfers lautet, dass der Talmud keine verlässlichen historischen Informationen über Jesus liefert, worauf auch schon Bernhard Pick 1910 hingewiesen hat [5]. Vielmehr spiegelt der Talmud wider, wie jüdische Gelehrte das Christentum wahrnahmen und sich intellektuell dagegen abgrenzten. Das macht Schäfer’s Buch zu einer sehr interessanten Lektüre nicht nur für Religionswissenschaftler, sondern für jeden Christen oder spirituellen Menschen, der sich für die Person Jesus interessiert (und damit auch Muslime, welche Jesus als Propheten sehr hoch schätzen [8]). Die einzelnen Kapitel des Buches lassen sich zügig lesen und sind mit ein bisschen Bibelwissen und kleiner Begriffsrecherche auch für Laien (wie ich einer bin) verständlich. Es existiert auch eine deutsche Ausgabe im Mohr Siebeck Verlag [9]. Für mich machte die Lektüre deutlich, dass das Christentum und Judentum grundsätzlich nicht vereinbar sind. Die Verhöhnung der Person Jesus im Talmud ist der klare Versuch einer Spaltung durch die damalige jüdische Elite und basiert nicht zuletzt darauf, dass dieser die Lehren des alten Testaments und seines rachsüchtigen, rassistischen Gottes komplett auf den Kopf stellte, indem er Demut, Nächstenliebe und Vergebung gegenüber allen Menschen predigte.
Schäfer’s Analyse wirft natürlich auch die Frage auf, wie heutige jüdische Führungspersönlichkeiten die christlich geprägte westliche Welt sehen. Schließlich wird der Talmud auch heute von orthodoxen israelischen Politikern für bare Münze genommen und prägt durch deren Einfluss Israels Politik. Die Beantwortung dieser Frage lass ich offen, aber die aktuellen politischen Geschehnisse deuten an, dass viele politische Führer mit ihrer Denkweise in Antike und Mittelalter stecken geblieben sind.
Quellenangaben
[1] Mikliszanski JK. Review: The Talmud in the Making. Jewish Q Rev 1945; 35: 437–444
[2] Lieberman S. The Talmud. Yale University Library 2001; Im Internet: https://web.library.yale.edu/cataloging/hebraica/about-judaic-texts; Stand: 08.04.2026
[3] Goldstone M. The Babylonian Talmud in its cultural context. Relig Compass 2019; 13: e12317. doi:10.1111/REC3.12317
[4] Schäfer P. Jesus in the Talmud. 1. Aufl. Princeton, New Jersey: Princeton University Press; 2007
[5] Pick B. The personality of Jesus in the Talmud. Monist 1910; 20: 4–32
[6] Instone-Brewer D. Jesus of Nazareth’s trial in the uncensored Talmud. Tyndale Bull 2011; 62: 269–294
[7] Die Bibel. Augsburg: Verlagsgruppe Weltbild GmbH; 2005
[8] Djaballah A. Jesus in Islam. South Baptist J Theol 2004; 8: 14–30
[9] Schäfer P. Jesus im Talmud. 3. Aufl. Tübingen: Mohr Siebeck; 2017
Als Jesus in einer der Städte war, kam ein Mann, der am ganzen Körper Aussatz hatte. Sobald er Jesus sah, warf er sich vor ihm zu Boden und bat ihn: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Da streckte Jesus die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz. Lk 5, 12-13
Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Mk 4,40
An diese beiden Stellen aus der Bibel musste ich während der sogenannten Corona-Pandemie oft denken, denn sie zeigen meiner Meinung nach eindeutig, was Jesus während dieser Zeit im Unterschied zu einem Großteil der Bevölkerung gemacht hätte: nicht mit! Doch wer nicht mitmachte bei dem Einhalten von (grundgesetzwidrigen) Kontaktverboten, dem Tragen von (in den meisten Situationen sinnbefreiten) Masken, und der allgemeinen Bereitschaft zu (ebenfalls sinnlosen) Massentests und Massenimpfungen, der erfuhr in vielen Fällen mehr oder weniger starke Repressalien.
Ähnliches galt bereits für die, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung gebrauchten und sich einfach nur kritisch gegenüber all diesen Maßnahmen äußerten. Einige traf es besonders hart – sie verloren ihre Anstellung, Reputation, wichtige soziale Beziehungen und/oder finanziellen Mittel. In dem Ende 2025 erschienenen Buch „Mut zum Widerspruch. Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten“ sind einige dieser Fälle gesammelt [1]. Das Buch ist das erste von der neu gegründeten discorso Verlagsgenossenschaft herausgegebene Buch und – um es gleich vorwegzunehmen – es ist ein gelungenes Debüt mit dem Potenzial, ein wichtiges Zeitdokument insbesondere für die Sozialforschung zu werden.
Das Buch beinhaltet 400 Seiten und besteht dabei vor allem aus insgesamt 15 persönlichen Erlebnisgeschichten von Menschen aus dem universitären, medizinischen, staatlichen oder kirchlichen Bereich, die sich einzeln in ca. 30-60 Minuten durchlesen lassen. Der Schwerpunkt bei der Auswahl der Autoren lag dabei klar auf habilitierten Wissenschaftlern, was auch auf die Herausgeber (Wolgang Stölzle und Günter Roth) und die beiden Forscherinnen Heike Egner und Anke Uhlenwinkel zutrifft, die im letzten Kapitel des Buches eine Reflexion der 15 persönlichen Geschichten anstellen und dabei ihre eigenen Forschungserkenntnisse zu den politisch motivierten Entlassungen von Professorinnen und Professoren während der Coronazeit einfließen lassen [2].
Dieser Schwerpunkt auf die persönlichen Erlebnisse von Professorinnen und Professoren ist deshalb nachvollziehbar, könnte die potenzielle Leserschaft des Buches aber einschränken. Auch bei der Auswahl der kritischen Vertreter aus der Wissenschaft stellt man ein Ungleichgewicht fest, denn die Geisteswissenschaften sind überproportional häufig vertreten, während aus dem Bereich der Naturwissenschaften kein einziger Vertreter als Autor vorkommt – ob das daran liegt, dass dem Corona-Narrativ gegenüber kritisch eingestellte Naturwissenschaftler nur selten von stärkeren Repressalien betroffen waren, weiß ich nicht. Damit sehe ich die potenzielle Leserschaft vor allem bei Sozial-, Politik- und anderen Geisteswissenschaftlern, aber grundsätzlich auch allen Menschen, die während der Coronazeit den Maßnahmen und der offiziellen Berichterstattung kritisch gegenüberstanden.
Diejenigen, welche bis heute noch nicht verstanden haben, dass die sogenannte Corona-Pandemie geplant war, um möglichst viele Menschen mit einer experimentellen Gentherapie zu „impfen“ und letztlich dem Krieg einer kleinen technokratischen Elite gegen die globale Bevölkerung entsprach [3–5], würden zwar besonders von der Lektüre dieses Buches profitieren, werden sich aber wohl kaum dafür öffnen, um ihr Weltbild zu bewahren.
Wenn man von den vielleicht verzerrten Auswahlkriterien der Autoren absieht und sich unvoreingenommen auf alle Berichte einlässt, wird einem beim Lesen nicht langweilig. Denn die Einzelschicksale sind zum einen sehr variantenreich geschildert, zum anderen auch spannend zu lesen – spannend deshalb, weil jede Geschichte nicht nur teils sehr tiefe persönliche Einblicke in die Privatsphäre und Gefühlswelt der Autoren bietet, sondern auch oft überraschende Wendepunkte, die leider oft nicht zugunsten der einzelnen Autoren verliefen.
Spätestens mit der Lektüre dieses Buches dürfte jedem Leser klarwerden: Die Regierungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz haben in der bzw. seit der Coronazeit ganz offen autoritäre, totalitäre und faschistische Züge angenommen, wie Prof. Dr. Günter Roth, einer der beiden Herausgeber des Buches, in seinem einleitenden Kapitel durch einen Rückblick auf diese Zeit darstellt. Auch andere Wissenschaftler betonten bereits das autoritäre Verhalten von Staaten während der Coronazeit und insbesondere das breite Versagen von Sozialwissenschaftlern und der „kritischen Linken“, auf diese Missstände hinzuweisen [6].
Demnach ist auch der Untertitel gerechtfertigt, denn laut Politiklexikon versteht man unter Dissidenten solche Personen, „die eine vorgegebene politische oder religiöse Ordnung infrage stellen, von ihr abweichen oder ihr widersprechen; [der Begriff] wird v. a. für politische Gegner in autoritären und diktatorischen Regimen verwendet“ [7]. Nach Günter Roth’s Einleitung folgen drei Kapitel, welche die Einzelgeschichten von 15 Persönlichkeiten erzählen: Kapitel 2 namens „Widerspruch in der Wissenschaft“, Kapitel 3 namens „Widerspruch in der Medizin“ und Kapitel 4 namens „Widerspruch in Staat und Kirche“. Im 5. Kapitel namens „Wer – Was – Wie – Warum“ begeben sich die beiden Wissenschaftlerinnen Heike Egner und Anke Uhlenwinkel wie bereits erwähnt auf eine Spurensuche nach den „Kernelementen und Strukturen, die neben allen Unterschieden der einzelnen Biographien und Persönlichkeiten Gemeinsamkeiten offenbaren“ [1, Seite 373].
Das zweite Kapitel beinhaltet sechs Einzelschicksale von Wissenschaftlern, die Zweifel an dem Corona-Narrativ oder anderen Narrativen, die in einem autoritären System eben nicht infrage gestellt werden dürfen, geäußert hatten. Im Einzelnen handelt es sich um die Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Alessandra Asteriti, den Historiker Dr. Daniele Ganser, den Medienforscher Prof. Dr. Michael Meyen, die Politikforscherin Dr. Ulrike Guérot, und die beiden Wirtschaftswissenschaftler Enno Schmidt und Dr. Wolfgang Stölzle, seines Zeichens auch Mitherausgeber dieses Buches.
Ihre Geschichten zeigen, dass sich universitär Angestellte offenbar nicht erlauben können, sich öffentlich (z.B. in sozialen Medien oder Blogs) oder wissenschaftlich zu kritischen Themen zu äußern, die nur eine offiziell von der Regierung genehmigte Sichtweise erlauben. Die Fälle offenbaren ein gemeinsames Muster. Fast immer gab es einen oder mehrere Journalisten, welche – teilweise durch Denunzianten angestachelt – die jeweilige Persönlichkeit in Zeitungsartikeln in ein schlechtes Licht rückt. Das geschieht, wie es Ortwin Rosner in seiner Schilderung des Falls Guérot (dem einzigen Fall, der nicht primär aus der Ich-Perspektive erzählt wird) herausstreicht, durch Verwirrung von Begriffen:
Traditionelle Machtkritik oder wissenschaftlich neugieriges Hinterfragen werden als Verschwörungstheorien, legitime Kritik an der Politik Israels oder das Sprechen auf einer Coronademonstration werden als Antisemitismus und das Wahrnehmen faschistoider Strukturen wird als Verharmlosung des Nationalsozialismus ausgelegt [1, Seite 115]. Die Wirkung solcher Zeitungsartikel war in den geschilderten Fällen stets eine Isolation innerhalb der eigenen Universität und des erweiterten Forschungsnetzwerks, nicht selten sogar die Kündigung oder Nicht-Verlängerung der Anstellung.
Ein weiteres Instrument, mit dem einem offenen wissenschaftlichen Diskurs geschadet wird, wird in Kapitel 3 („Widerspruch in der Medizin“) von Prof. Dr. Dr. Harald Walach geschildert, der eigentlich auch in das 2. Kapitel gepasst hätte. Er beschreibt zwei Fälle von politisch motivierten Zensuren von bereits begutachteten und publizierten Fachartikeln, die ohne eine rechtfertigende Begründung erfolgten. Bei einem dieser Artikel war ich selbst Koautor [8] und wir konnten den Artikel nach nochmaliger Begutachtung in einem anderen Journal erneut publizieren [9]. Auch Walach erlitt die Ächtung seiner Universitäten aufgrund von in den sozialen Medien erzeugten Druck und verlor seine Anstellung an der medizinischen Universität Poznan sowie seine Gastprofessur an der Universität Witten-Herdecke.
Wir haben diese Erlebnisse und was sie über die Verstrickungen von Wissenschaft, Konzernen und Medien aussagen später in einem anderen Artikel in der Fachzeitschrift Journal of Scientific Exploration verarbeitet [10]. Daneben schildern in Kapitel 3 vier Ärzte ihre Erlebnisse während der Coronazeit. Die beiden Landärzte Dr. Andreas Heisler und Dr. Carola Javid-Kistel widersetzten sich den Vorgaben, Patienten nur mit Maske zu behandeln, nahmen an Corona-Demonstrationen teil und engagierten sich gegen die Massenimpfungen der Bevölkerung, was in beiden Fällen stärkste Repressalien zur Folge hatte. Beide wurden in Zeitungsartikeln diffamiert, beide mussten Razzien in ihren Praxen erdulden, beiden wurde die Praxis auch geschlossen und beide erhielten Bußgelder und mussten vor Gericht. Dr. Javid-Kistel musste sogar ins Gefängnis und schildert, wie diese Demütigungen sie gesundheitlich ruiniert haben und ins Exil nach Mexiko zwangen.
Auch die ebenfalls wissenschaftlich tätigen Ärzte Univ.-Prof. Dr. Dr. Christian Schubert und Dr. Andreas Sönnichsen engagierten sich öffentlich in Sachen Corona-Aufklärung und Maßnahmenkritik, was bei Prof. Schubert zu einer Ermahnung, bei Dr. Sönnichsen zu einer Kündigung seitens der Universität führte.
In Kapitel 4 erfährt man dann („Widerspruch in Staat und Kirche“), wie auch Soldaten, Beamte, Richter und Pfarrer bestraft werden können, wenn sie nicht „in der Spur“ laufen. Dazu dienen die Geschichten von jeweils einem Vertreter dieser Berufsgruppen:
Der Soldat Alexander Bittner, der sich dem Befehlt widersetzte, sich die sogenannte Corona-Impfung spritzen zu lassen; der Richter Christian Dettmar, der das berühmte Urteil von Weimar fällte und daraufhin wie ein Verbrecher mit Hausdurchsuchungen und Verurteilung zu 2 Jahren Gefängnis auf Bewährung bestraft wurde; der Beamte Lucian Michaelis, der für seine Teilnahme an Coronademonstrationen mit einem Disziplinarverfahren, Versetzung an einen weit entfernten Dienstort und schließlich der Entlassung bestraft wurde; und schließlich der evangelische Pfarrer Martin Michaelis, der mit viel Humor schildert, wie man innerhalb der Kirche gegen jemanden vorgeht, der sich in einer Krise an seine Vorbilder Jesus und Martin Luther anstelle von antichristlichen Regierungsvorgaben hält.
Im fünften und letzten Kapitel gehen Heike Egner und Anke Uhlenwinkel nochmals auf Gemeinsamkeiten der in dem Buch vorgestellten Fälle, insbesondere aus der Wissenschaft, ein und stellen dabei fest, dass das Vergehen in allen Fällen daraus bestand, den Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis zu folgen. Diese lässt sich durch drei Merkmale kennzeichnen: (i) Realitätsbezug; (ii) Rückgriff auf bereits vorhandenes Wissen; (iii) differenziertes Denken.
Wiederum muss man hier fragen, warum nicht viel mehr Wissenschaftler sich dieser etablierten Prinzipien bedient haben, was zwangsläufig zu einer Infragestellung der Coronamaßnahmen hätte führen müssen [6]. Denn die angebliche wissenschaftliche Fundiertheit dieser Maßnahmen entsprang eher einem Fundamentalismus im Sinne von Wissenschaft als Kult oder Pseudo-Religion, was man tatsächlich auch als Szientismus bezeichnet [11].
Ein Kennzeichen einer solch falsch verstandenen Wissenschaft ist auch eine eingeschränkte, reduktionistische Denk- und Sichtweise, die nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit beleuchtet [12,13]. Selbst wenn vielen Wissenschaftlern und anderen Menschen dieser Reduktionismus, die Irrationalität und Realitätsferne der Coronamaßnahmen aufgefallen sein sollte – warum hat der Großteil (mal wieder) geschwiegen? Dies ist wohl die Kernfrage, die in diesem Buch adressiert und zusammenfassend so beantwortet wird, dass die Hauptgemeinsamkeit aller vertretenen Autoren in einem inneren Kompass besteht, der es erlaubt, kritisch zu denken und richtig von falsch zu unterscheiden.
Dieser innere Kompass kann durch „regelmässige Praxis der Innerlichkeit“ gestärkt werden, wie es Harald Walach auf Seite 280 ausdrückt, kann aber auch durch fehlende Motivation, Betäubung und Ablenkung durch permanenten Konsum von Nachrichten, Neuigkeiten, Junk Food oder Drogen sowie – und hier wären wir wieder bei den einleitenden Worten Jesu – durch Angst außer Kraft gesetzt werden. Und das ist die wichtigste Botschaft, die das Buch Mut zum Widerspruch vermittelt:
Es lohnt sich, mutig für seine Überzeugungen einzutreten, denn in jeder einzelnen persönlichen Geschichte wird am Ende deutlich: wo äußere Umstände gegen einen bewussten Menschen arbeiten, entstehen persönliches Wachstum, neue Verbindungen und viele positive Möglichkeiten. Habt also keine Angst!
(Dieser Artikel erschien auch bei apolut [14])
Quellen
[1] Stölzle W, Roth G, Hrsg. Mut zum Widerspruch. Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten. 1. Aufl. Basel: discorso Verlagsgenossenschaft; 2025
[2] Egner H, Uhlenwinkel A. Wer stört, muss weg! Die Entfernung kritischer Professoren aus Universitäten. 1. Aufl. Neu-Isenburg: Westend
[3] Kyrie V, Broudy D. Cyborgs R Us: The Bio-Nano Panopticon of Injected Bodies? Int J Vaccine Theory, Pract Res 2022; 2: 355–383. doi:10.56098/ijvtpr.v2i2.49
[4] Röper T. Inside Corona. Die Pandemie, das Netzwerk & die Hintermänner. 3. Aufl. Gelnhausen Hailer, Germany: J.K.Fisher-Verlag; 2022
[5] Hughes DA. “Covid-19,” Psychological Operations, and the War for Technocracy. 1. Aufl. Cham, Switzerland: Palgrave Macmillan; 2024
[6] Simandan D, Rinner C, Capurri V. The academic left, human geography, and the rise of authoritarianism during the COVID-19 pandemic. Geogr Ann Ser B, Hum Geogr 2023; doi:10.1080/04353684.2023.2168560
[8] Walach H, Klement RJ, Aukema W. Retracted: The Safety of COVID-19 Vaccinations — We Should Rethink the Policy. Vaccines 2021; 9: 693. doi:10.3390/vaccines9070693
[9] Walach H, Klement RJ, Aukema W. The safety of Covid-19 vaccinations — should we rethink the policy? Sci Pub Health Pol Law 2021; 3: 87–99
[10] Walach H, Klement RJ. Medicine, money, and media: A case study of how the Covid-19 crisis corrupts disclosure and publishing ethics. J Sci Explor 2024; 38: 122–137. doi:10.31275/20243249
[11] Milgrom LR. Against Scientism: Corrupted Science and the Fight for Medicine’s Soul. Complement Med Res 2021; 28: 56–63. doi:10.1159/000510229
Im November 2022 erschien in Frontiers in Nutrition eine chinesische Studie, die die bibliometrischen Daten zu allen Publikationen mit dem Thema „Ketogene Diät und Krebs“ analysierte [1]. Eingeschlossen wurden insgesamt 500 Publikationen, die zwischen 1. Januar 2012 und 31. Dezember 2021 veröffentlicht wurden. Die Ergebnisse haben mich positiv überrascht, denn offenbar ist Schweinfurt ein weltweiter Hotspot was die Forschung zu diesem Thema betrifft.
Zunächst einmal sieht man aus untenstehender Abbildung (übernommen aus [1]) , wie sich die jährliche Zahl der Publikationen zu „Keto und Krebs“ seit 2012 entwickelt hat (A), und dass die Häufigkeit mit der solche Artikel von anderen zitiert werden, über die Jahre zunahm (B). Insgesamt bezeugen die Trends ein steigendes Interesse an dem Thema in der Wissenschaft.
Dann die freudige Überraschung: Die Analyse zeigt, dass meine Arbeiten zu dem Thema zu den zweithäufigsten und zweitmeist zitierten weltweit gehören. Nur Tom Seyfried hat mehr zu „Keto und Krebs“ publiziert. Auch PD Dr. Reinhart Sweeney, Leiter der Klinik für Strahlentherapie Schweinfurt, hat es in die Top 10 der Autoren auf Platz 5 geschafft.
Entsprechend rangiert das Leopoldina Krankenhaus weltweit auf Platz 8 was die Zahl der Publikationen zu „Keto und Krebs“ betrifft. An erster Stelle steht die Harvard Universität, gefolgt vom Boston College und dem Pennsylvania Commonwealth System of Higher Education, einem Verbund von vier Universitäten des US-Staates Pennsylvania.
Wahrscheinlich hätte es auch die Uniklinik Würzburg mit Prof. Dr. Ulrike Kämmerer in die Top 10 geschafft, wenn Li et al. [1] noch das Jahr 2011 berücksichtigt hätten. Damals erschienen nämlich zwei wichtige und vielzitierte Arbeiten: zum einen der weltweit erste Übersichtsartikel zu dem Thema „Keto und Krebs“, den Uli Kämmerer und ich bei Nutrition and Metabolism veröffentlicht hatten [2] und der – Stand 22.03.2023 – laut Google Scholar 293mal, laut Scopus 143mal zitiert wurde; zum anderen der relativ zeitgleich im selben Journal erschienene Artikel, der die Ergebnisse einer Pilotstudie von Uli Kämmerer und ihrem Team zusammenfasste, in der die Lebensqualität von fortgeschrittenen Krebspatienten unter einer ketogenen Diät untersucht wurde [3]; diese Studie wurde bis jetzt 371mal (laut Google Scholar) bzw. 181mal (laut Scopus) zitiert!
Etwas stolz können wir also die Region Würzburg-Schweinfurt als weltweites Forschungszentrum zu ketogener Diät und Krebs bezeichnen, was auch zu dem guten Abschneiden Deutschlands im Ländervergleich beigetragen hat (Deutschland auf Platz 2 hinter den USA und gefolgt von Italien) [1]. In Zukunft sieht es allerdings so aus, dass die Chinesen, die zum Zeitpunkt der Analyse auf Platz 4 rangierten, bald Deutschland überholen könnten, denn ihr wissenschaftlicher Output auch zu diesem Thema steigt enorm.
[1] Li R, Huang Q, Ye C, Wu C, Luo N, Lu Y, et al. Bibliometric and visual analysis in the field of ketogenic diet on cancer from 2012 to 2021. Front Nutr 2022;9:1060436.
[2] Klement RJ, Kämmerer U. Is there a role for carbohydrate restriction in the treatment and prevention of cancer? Nutr Metab (Lond) 2011;8:75. doi:10.1186/1743-7075-8-75.
[3] Schmidt M, Pfetzer N, Schwab M, Strauss I, Kämmerer U. Effects of a ketogenic diet on the quality of life in 16 patients with advanced cancer: A pilot trial. Nutr Metab (Lond) 2011;8:54.
This Monday, October 24, 2022, my new paper dealing with the necessity for carbohydrates in the Neanderthal diet was published by the American Journal of Biological Anthropology . The paper was motivated by a preceding paper from Hardy et al. in which the authors claimed that Neanderthals had to consume at least 50% of their calories from plant carbohydrates. Hardy et al. mainly relied on modern dietary guidelines and a putative need for high carbohydrate intake in pregnant/breastfeeding women and athletes to support their claim, which, as I argue in my paper, are highly questionable arguments. Instead, I make the point that Neanderthals might well have been hypercarnivores (deriving >70% energy from animals) with a metabolism adapted towards low carbohydrate intake and ketosis. In my paper, I also present data of a male rugby player who went on an exclusively carnivore diet for four months without detrimental effects on his athletic performance. The paper is available free of charge here: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/ajpa.24643
Just one day later, a new paper in the Proceedings of the National Academy of Sciences of the U.S.A. appeared which further confirmed my arguments by analyzing various isotope ratios in tooth enamel from a Neanderthal individual found in Spain. In particular, these authors for the first time used the zinc isotope ratio (66Zn/64Zn = δ66Zn) in a Neanderthal individual and found that it was consistent with this individual having been a hypercarnivore on top of the food chain. The paper is also freely available here: https://www.pnas.org/doi/full/10.1073/pnas.2109315119
Another day later, Dr. Shawn Baker announced the initiation of a study that examines how the carnivore diet has helped people come off medications and heal from chronic diseases. The study aims to track the health conditions before and after implementing the carnivore diet based on the real world medical claims and medications. To participate in the study, you could click here. https://revero.questionpro.com/a/TakeSurvey?tt=i3%2BmA1FC7AwECHrPeIW9eQ%3D%3D
These publications and the new carnivore study are good steps in the right direction, since we urgently need a better understanding about the evolutionary roots of human carnivory and its health benefits.
I just finsihed a nice podcast interview with Dr. Shawn Baker, himself being a physician, athlete and author of the book The Carnivore Diet. About the end he asked me for some personal tips that would from my view reduce the chance of getting cancer. I named four important points, which I think are essential: Reduction of chronic stress, an appropriate diet, physical activity and social interactions with other humans. After the interview three more points immediately came to my mind, so that I will list here my seven suggestions helping to avoinde cancer and live a healthy life in general:
Gratitude: Be thankful even for the small things in life, because nothing can be taken for granted. If something bad happens to you, the following magical sentence from Viktor Philippi can help: "Thank god it's like that and not worse." Indeed, almot any situation could be worse.
Reduction of chronic stress: The same situation can cause two distinct perceptions of stress in two different individuals. Therefore one should learn to change ones thought patterns in such a way that chronic stress cannot emerge in the first place. Again, the sentence "Thank god it's like that and not worse" is helpful. Meditation is also a great tool to avoid chronic stress.
An appropriate diet. As-far-as-possible reductions of industrial sugar and grains are the most significant measures. But never should one castigate oneself (over longer time) - it is fully okay to allow oneself certain foods from time to time if one misses them. This could be a piece of cake together with coffee on a Sunday or even the famous cheat day.
Physical activity: The most important aspect is not which type of activity one should engage with, but that someone engages with physical activity! The optimal lifelong activity pattern would include both strength and endurcane training.
Connecting with Nature: One should expose oneself to Nature as often as possible; consciously connecting with Nature is also important, such as "grounding" ("earthing") by walking barefoot or developing a spiritual conncetion.
Connecting with lovely people: One should learn to spend a lot of time with other people that benefit one's mood, while reducing time with individuals causing discomfort as far as possible, but without separating oneself from the latter. Be aware that every human being is a member of the human family. Try to forgive those who hurt you even if it takes a lot of time and effort.
Connceting with God, whatever you understand under that name (without explicitly referring to a religious god). This includes some sort of trust in life, love and charity with all other beings and all points listed above, being fully aware about what benefits us as a human being.
Eine Impfpflicht mit Covid-19 Vakzinen ist nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand rechtlich und ethisch nicht begründbar.
Die von Befürwortern einer allgemeinen Impfpflicht vertretene Auffassung, dass die kollektive Impfung in der gegenwärtigen Situation alternativlos sei, ist nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand unhaltbar. Es gibt keine den üblichen Standards folgenden wissenschaftlichen Daten, die belegen, dass die Impfung für jede Bürgerin, jeden Bürger unabhängig von Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen oder anderen Faktoren mehr Nutzen als Schaden stiftet.
Weder liegen hierzu die üblicherweise in Zulassungsverfahren geforderten Daten aus randomisierten kontrollierten Studien noch aus epidemiologischen Kohorten mit hinreichender Qualität vor. Für große Gruppen der Bevölkerung gibt es überhaupt keine Evidenz für einen Nutzen, z.B. für gesunde Kinder und junge Erwachsene oder für Schwangere im ersten Drittel der Schwangerschaft. Dagegen ist ein Schaden nicht auszuschließen, sondern ist mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sogar anzunehmen. Solche Gruppen zur Impfung zu nötigen, heißt von ihnen zu fordern, dass sie eine Körperverletzung hinnehmen. Die Frage, ob eine Impfung für eine konkrete Person sinnvoll ist oder nicht, verbleibt eine individuelle Entscheidung, die ggfs. nach Rücksprache mit einer Ärztin/Arzt des Vertrauens von jeder Bürgerin und jedem Bürger, bzw. von Eltern in eigener Verantwortung beantwortet werden muss. Die immer wieder postulierte »Notlage« ist hypothetisch und muss nach fast zwei Jahren in einem der bestentwickelten Gesundheitssysteme der Welt als unrealistisch betrachtet werden. Die scheinbare Begründung einer solchen Notlage durch mathematische Modelle führt in die Irre. Sofern trotz der in Deutschland verfügbaren Kapazitäten Versorgungsprobleme auftreten, ist vielmehr nach der politischen und organisatorischen Verantwortung zu fragen.
Dem Staat fehlt nach dem Vorgesagten jegliche wissenschaftliche, rechtliche und ethische Legitimation, sich über den Willen von Bürgerinnen und Bürgern hinwegzusetzen.
Neben der allgemeinen Impfpflicht wird die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Krankenhauspersonal, Beschäftigte in der Pflege etc. unter dem Gesichtspunkt eines erhöhten Schutzbedarfs vulnerabler Gruppen diskutiert. Die bisherigen Erfahrungen in der Bundesrepublik zeigen, dass nach einer gewissen Einschwingzeit am Anfang der Pandemie die professionelle Hygiene dieser Berufsgruppen ausreichend ist, Ausbrüche weitestgehend zu verhindern. Eine generelle Impfpflicht in diesen Berufsgruppen muss somit als unverhältnismäßig angesehen werden, auch und gerade vor dem Hintergrund einer Infizierbarkeit durch Geimpfte. Ein konsequenter Infektionsschutz erfordert bei entsprechender epidemischer Lage die Testung des Personals unabhängig von dessen Immunstatus, womit der Zusatznutzen der Impfung fraglich wird und eine Impfpflicht nicht gerechtfertigt werden kann.
Auch in dieser Situation hat der Staat nicht das Recht, die individuelle Entscheidung über die Impfung vorzuschreiben, da es niederschwellige Maßnahmen gibt, die den gleichen Zweck erfüllen.
Die Unterzeichner
Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel, Essen Prof. Dr. Ulrich Keil, Münster Dr. Angela Spelsberg, Aachen Prof. Dr. Andreas Schnepf, Tübingen Prof. Dr. Michael Esfeld, Lausanne Prof. Dr. Paul Cullen, Münster Prof. Dr. Bernhard Müller, Melbourne Prof. Dr. Boris Kotchoubey, Tübingen Prof. Dr. Tobias Unruh, Erlangen Dr. Sandra Kostner, Schwäbisch Gmünd Dr. René Kegelmann, Stuttgart PD Dr. Stefan Luft, Bremen Prof. Dr. Harald Schwaetzer, Biberach Prof. Dr. Andreas Brenner, Basel Prof. Dr. Wolfram Schüffel, Marburg Prof. Dr. Anke Steppuhn, Stuttgart Prof. Dr. Saskia Hekker, Heidelberg Jun.-Prof. Dr. Alexandra Eberhardt, Paderborn Dr. Henning Nörenberg, Malmö PD Dr. Axel Bernd Kunze, Bonn Prof. Dr. Henrieke Stahl, Trier Dr. Jens Schwachtje, Nürtingen Prof. Dr. Christin Werner, Dresden Prof. Dr. Ole Döring, Berlin Dr. Christian Lehmann, München Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann, Hagen Prof. Dr. Stefan Homburg, Hannover Prof. Dr. Salvatore Lavecchia, Udine Prof. Dr. Steffen Roth, La Rochelle und Vilnius Dr. Jan Dochhorn, Durham Prof. Dr. Günter Roth, München Dr. Hans-Jörg Ulmer, Leinfelden-Echterdingen Prof. em. Dr. Stephan Rist, Bern Prof. Dr. Wolfgang Stölzle, Bazenheid PD Dr. Rainer Klement, Schweinfurt Dr. Matthias Burchardt, Köln Prof. Dr. Eberhard Göpel, Bielefeld Prof. Dr. Sven Hildebrandt, Dresden Dr. Justine Büchler, Dresden Prof. Dr. Martin Winkler, Winterthur Dr. Agnes Imhof, Erlangen Prof. Dr. Viktoria Däschlein-Gessner, Bochum Prof. Dr. Jörg Matysik, Leipzig Dr. Christian Mézes, Schwäbisch Gmünd Dr. Mohamed Mahde Saleh, Bonn Prof. Dr. Alexander Blankenagel, Berlin Dr. Dana Sindermann, St. Gallen Prof. Dr. Gerald Dyker, Bochum Prof. Dr. Pietro Corvaja, Udine Prof. Dr. Klaus Morawetz, Münster Prof. Kerstin Behnke, Weimar Prof. Dr. Christina Zenk, Trossingen Prof. Dr. Friedrich Röpke, Heidelberg Prof. Dr. Hardy Bouillon, Trier
Am Mittwoch, den 29. Januar, war ich als Referent eingeladen, beim
jährlichen „Update Mammakarzinom“, das von Prof. Dr. Weigel im Leopoldina
Krankenhaus veranstaltet wird, über das Thema „Ketogene Ernährung unter
Tumortherapie?!“ vorzutragen. Eigentlich nichts besonderes, immerhin habe ich
darüber schon oft geredet und kann die meisten Studien aus dem Gedächtnis
zitieren. Besonders war allerdings die Tatsache, dass viele meiner
Arbeitskolleginnen und -kollegen und natürlich auch viele Ärzte unseres
Krankenhauses und der Umgebung anwesend waren, und ich darin eine Chance sah, mehr
Interesse an der ketogenen Ernährung als komplementäre Tumortherapie und der
dahinter steckenden Physiologie zu wecken. Doch es sollte tatsächlich ein
besonderer Vortrag werden, der vielen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Mein Ziel war, eine allgemeine Einführung in das Thema zu geben, ein paar Synergieeffekte mit Strahlen-, Chemo und zielgerichteten Therapien zu zeigen und unsere eigenen Zwischenergebnisse aus der KETOCOMP Studie vorzustellen. Der Vortrag kann this site heruntergeladen werden. Schon während dem Vortrag entstand im Saal vor allem in den hinteren Reihen ein Getuschel, das ich während dem Reden als gar nicht so stark wahrnahm, das aber nach späterer Aussage meiner Arbeitskollegen fast schon unverschämt laut war. Ich weiß nur noch, dass das Getuschel laut wurde, als ich Wilhelm Brünings‘ historische Studie [1] zur „kohlenhydratfreien Ernährung“ kombiniert mit hohen Insulingaben aus dem Jahr 1941/42 vorstellte.
Nach einem wissenschaftlichen Vortrag ist es normalerweise üblich, dass man
ein paar Fragen aus dem Publikum zulässt und kurz über die dargestellten Daten
und Hypothesen diskutiert. Ich freute mich schon auf Fragen, doch es kamen
keine; stattdessen gingen einige sofort zum Angriff über. Ein Arzt am
Leopoldina behauptete, er habe früher in Würzburg zusammen mit Ulrike Kämmerer
gearbeitet und beide hätten sehr früh die Idee einer ketogenen Ernährung für
Tumorpatienten fallen gelassen. Leider ein Eigentor, denn ich erwiderte, dass
ich mit Ulrike befreundet sei und deshalb wüsste, dass sie sehr wohl noch an
der ketogenen Ernährung forscht. Die nächste Attacke kam von einem Onkologen im
Ruhestand, der zuerst einmal ausführlcih darstellte, wie lange er als Onkologe
gearbeitet hatte und dass er neben dem Dr. med. auch ein Biochemiestudium
absolviert hatte. Mir war klar: Alles was jetzt kommt muss der Wahrheit
entsprechen, denn wie kann sich jemand, der Arzt und Biochemiker zugleich ist,
irren? Das ist das Prinzip der Eminence-based Medicine! Und so spulte er –
übrigens auch Schweinfurter Lokalpolitiker – einen fünfminütigen Monolog ab,
der im wesentlichen aus fünf Kritikpunkten bestand, aber vom Stil her eher an
eine Parteienwahlkampfrede auf dem Marktplatz, nicht aber einen wissenschaftlichen
Disput erinnerte. Unter anderem kritisierte er das Ergebnis einer relativ neuen
iranischen Studie [2], die ich vorgestellt hatte, welche einen
Überlebensvorteil von neoadjuvant mit Chemotherapie behandelten und sich dabei
ketogen ernährenden Frauen zeigen konnte putty download , als „nicht signifikant“, obwohl die
Kaplan-Meier Kurven mit p=0,04 nominell signifikant verschieden waren. Auch
stritt er jegliche Relevanz von präklinischen Studien und Einzelfallberichten für
die Klinik ab, und behauptete, die ketogene Ernährung würde Patienten
aushungern ohne aber den Tumor aushungern zu können, da man ihm nie die Glukose
entziehen könne. Ich hatte übrigens mit keinem Wort behauptet, dass das Ziel
einer ketogenen Ernährung das Aushungern des Tumors sei. Schließlich das
Argument, es gebe keine Evidenz für die ketogene Ernährung bei Krebs
(inzwischen mein Lieblingsargument, zu dem ich bereits einige Leserbriefe und
Arbeiten verfasst habe [3–5]). Ich fragte ihn, welche Ernährung er
denn Patienten empfehlen würde, worauf die Standard-Antwort (ich hätte mir die
Frage auch sparen können) „eine ausgewogene Ernährung“ kam. Ich fragte, welche
Studie denn Evidenz zu Gunsten einer „ausgewogenen Ernährung“ geschaffen hätte,
doch dann meldete sich schon die nächste Stimme aus dem Publikum zu Wort: Eine
Krankenschwester, die – ebenfalls in einem knapp fünfminütigen, sehr
emotionalen Monolog – ihre Erfahrung mit kachektischen palliativen
Krebspatienten wiedergab. Diesen hatte offenbar eine selbst verordnete ketogene
Ernährung nicht mehr geholfen, obwohl sie sich „jedes Stück Sahnetorte“
verkniffen hatten und damit ihrer Meinung nach auch das letzte Stückchen
Lebensqualität aufgegeben hatten. Ich erwiderte, es gebe eben gerade bei
kachektischen Patienten einen „point of no return“, ab dem kein spezieller Ernährungsansatz
den Krankheitsverlauf mehr umkehren könne, und dass mein Vortrag vor allem um
die ketogene Diät als komplementärer Ansatz bei kurativem Behandlungsziel ging.
Schließlich kam noch von irgendjemand der Vorwurf, das Internet würde Patienten
falsch über sogenannte „Krebsdiäten“ informieren und auf eigene Faust
durchgeführte ketogene Diäten in einer Mangelernährung enden. Ich konnte
erwidern, Falschinformation im Internet sei heute ein allgemeines Problem, das
nichts mit der ketogenen Ernährung an sich zu tun hat. Schließlich war ich
froh, als mein Chefarzt Reinhart Sweeney das Wort ergriff und zur Mäßigung
aufrief. Er stellte heraus, wie wichtig vor allem unsere KETOCOMP Studie für
das Leopoldina Krankenhaus sei, da das Darm- und Brustzentrum auch von der
Anzahl unserer Studienpatienten profitiere (als zertifiziertes Zentrum sollte
man Studien durchführen) und da wir weltweit eines der größten Kollektive von
sich ketogen ernährenden Patienten hätten.
Nach dem Vortrag kamen einige Zuhörer zu mir, die sich sehr positiv
äußerten. Im Gedächtnis geblieben ist mir ein Pharma-Vertreter, dessen Sohn
erfolgreich mit ketogener Ernährung eine starke Colitis Ulcerosa in Schach
hält. Für diesen Mann war klar, dass auch Einzelfälle zählen. Andere
beschwerten sich über die aggressiven Kommentare aus dem Publikum. Beim
anschließenden Essen stand ich dann irgendwann neben dem Herrn
Lokalpolitiker-Arzt-Biochemiker, der allerdings selbst im persönlichen Gespräch
hartnäckig blieb. Er hatte ein großes Problem damit, vor dem Vortrag nichts von
unserer Studie gewusst zu haben. Den Vogel schoss er dann mit seiner Behauptung
ab, Patientinnen würden unter ketogener Ernährung eine Ketoazidose entwickeln.
Doch es kam noch schlimmer: Im Nachgang erfuhr ich, dass er sich darüber
mokierte, ich hätte eine „KZ-Studie“ vorgestellt. Ein eindeutiger Beleg, dass
er sich nicht einmal bemüht hat, etwas über Wilhelm Brünings und dessen Studie
aus dem Jahr 1941 nachzulesen. Diese fand in Brünings‘ Privatklinik statt, und
letzterer betont explizit die Wichtigkeit der ausreichenden Kalorienzahl für
seine Patienten (wie man im Original [1] oder in meinem Übersichtsartikel dazu
nachlesen kann [6]).
Insgesamt war dieser Abend das beste Beispiel für den fundamentalistischen
Charakter eines Keto-Skeptizismus, den man – wenn auch etwas abgeschwächt –
auch in der Fachliteratur finden kann. Der fundamentalistische Skeptizismus
argumentiert gegen eine ketogene Ernährung bei Tumorpatienten anhand von
Behauptungen, die nicht mit Daten belegt werden können. Das angebliche
Herbeiführen einer Ketoazidose bei nicht-Typ I Diabetikern, die Notwendigkeit
einer gewissen Menge an Kohlenhydraten in der Ernährung oder das Herbeiführen
eines kachektischen Zustandes sind Beispiele dafür. In einem aktuellen systematischen
Übersichtsartikel, den ich zusammen mit meiner Masterstudentin Nanina Brehm und
Reinhart Sweeney geschrieben habe, äußern wir uns zu diesem
fundamentalistischen Skeptizismus und zeigen anhand der Daten dass er nicht
begründbar ist [7].
Ganz aktuell berichtet die Diplom-Psychologin Ilona Bürgel von einem
ähnlichen Erlebnis, als sie nach einem Vortrag auf dem europäischen Kongress
für positive Psychologie heftig von einer Professorin attackiert wurde [8]. Auch sie hatte in diesem Moment kaum
eine Chance, Dinge mit Argumenten richtig zu stellen. Doch auch sie nimmt aus
diesem Erlebnis viel positives mit: Die Zufriedenheit darüber, gut vorbereitet
gewesen zu sein und im Rahmen der nicht erwarteten heftigen Reaktion gut
reagiert zu haben sowie die Verbundenheit mit den Menschen, die nach dem
Vortrag positives Feedback gegeben haben. Das kann ich nur bestätigen und noch
hinzufügen, dass mich dieses Ereignis umso mehr motiviert, weiter an dem Thema
ketogene Ernährung für Tumorpatienten zu forschen, damit wir uns bei künftigen
Diskussionen noch besser auf Daten stützen können.
Literatur:
[1] Brünings W. Beiträge zum Krebsproblem.
1. Mitteilung: Ueber eine diätetisch-hormonale Beeinflussung des Krebses.
Münchener Medizinische Wochenschrift 1941;88:117–23.
[2] Khodabakhshi A, Akbari ME, Mirzaei HR,
Mehrad-Majd H, Kalamian M, Davoodi SH. Feasibility, Safety, and Beneficial
Effects of MCT-Based Ketogenic Diet for Breast Cancer Treatment: A Randomized
Controlled Trial Study. Nutr Cancer 2019;0:1–8.
doi:10.1080/01635581.2019.1650942.
[3] Klement RJ. Erheblicher Schaden für den
Patienten durch Kohlenhydaratarme Ernährung. Wo ist die Evidenz? Leserbrief zum
Beitrag “Krebsdiäten”, FORUM 2014.29;400-404.
[4] Klement RJ. Beneficial effects of
ketogenic diets for cancer patients: a realist review with focus on evidence
and confirmation. Med Oncol 2017;34:132. doi:10.1007/s12032-017-0991-5.
[6] Klement RJ. Wilhelm Brünings’ forgotten
contribution to the metabolic treatment of cancer utilizing hypoglycemia and a
very low carbohydrate (ketogenic) diet. J Tradit Complement Med 2019;9:192–200.
doi:10.1016/j.jtcme.2018.06.002.
[7] Klement RJ, Brehm N, Sweeney RA.
Ketogenic diets in medical oncology: a systematic review with focus on clinical
outcomes. Med Oncol 2020;37:14. doi:10.1007/s12032-020-1337-2.
[8] Bürgel I. Vom Nutzen ungerechtfertigter
Kritik. MTA Dialog 2020;21:110–1.
Das diesjährige
Symposium der Gesellschaft für evolutionäre Medizin und Gesundheit e.V. (EMG) findet
in Würzburg statt. Es unterscheidet sich zu den in den Vorjahren durchgeführten
Symposien dadurch putty , dass es in ein dreitägiges Symposium eingebettet ist, und
sich somit mehr Zeit zum Austausch und eine breitere Palette an Themen ergibt.
Der Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf der ketogenen Ernährung und ihrer
Anwendung bei verschiedenen Krankheitsbildern wie z.B. Alzheimer, Autismus, Migräne
oder Krebs. Dies zeigt, dass die ketogene Ernährung weit mehr Potential besitzt
als ihre klassische Anwendung bei Epilepsie andeutet. Auf dem klassischen EMG
Symposium, wird es dann auch noch einen Vortrag zur carnivoren Ernährung, quasi
einer Sonderform der ketogenen Ernährung, von Amber O’Hearn aus den USA geben. Drei
weitere Vorträge beschäftigen sich dann mit den Gemeinsamkeiten von traditioneller
chinesischer und evolutionärer Medizin. Zum Abschluss gibt es drei Vorträge,
die sozusagen über den Tellerrand hinaus blicken und sich mit Spiritualität und
Wissenschaft (Prof. Dr. Harald Walach), der möglichen Evolution von Leben im Universum
allgemein (Prof. Dr. Dirk Schulze-Makuch) und einer Hochdosis-Vitamin D
Therapie gegen Multiple Sklerose (Dr. Dirk Lemke) beschäftigen.
Das Symposium
startet am Freitag, 20. September mit praktischen Vorträgen, die sich speziell
auch an Ernährungsberater(innen) richten. Am Samstag tragen dann viele
internationale Referenten zum Thema ketogene Ernährung vor. Am Sonntag schließlich
findet das traditionelle EMG Symposium statt, auf dem auch einige Firmen mit
interessanten Produkten ausstellen werden. Hauptsponsor für alle drei Tage ist
die Firma Dr. Schär. Fortbildungspunkte für Ärzte wurden von der Byerischen
Landesärztekammer genehmigt.
Recently, I had the honor to correspond with Dr. Prasanta Bandyopadhyay about my realist review of ketogenic diets (KDs) for cancer patients (Beneficial effects of KDs for cancer patients (Klement 2017)). Dr. Bandyopadhyay is a professor of Philosophy in the Department of History, Philosophy, and Religious Studies at Montana State University, USA (check out his homepage here). Together with Gordon Brittan Jr. and Mark L. Taper he has written one of the most inspiring books I have recently read: Belief, Evidence and Uncertainty – Problems of Epistemic Inference. In my review, I had taken the concepts of evidence and confirmation developed in this book to summarize the available evidence for any putative anti-tumor effects of KDs in cancer patients and whether we should believe that such effects are “real” (in the sense of occurring in real world settings). Continue reading →